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  • KBW Coesfeld

Angebote in Lüdinghausen

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Do, 25.10.2018, 19:30 Uhr

Religionslandschaft Deutschland

Chancen einer friedlichen Kultivierung religiöser Vielfalt
Zeitraum: Do, 25.10.2018, 1 Termin
Uhrzeit: 19:30 Uhr - 21:45 Uhr
Ort: Lüdinghausen; Stephanusweg 7; Ev. Stephanus Gemeindezentrum
Gebühr: 5,00 Euro
Leitung: Prof. Dr. Alexander K. Nagel
Kursnummer: S2621-851
Di, 13.11.2018, 19:30 Uhr

Der Friedenssucher

Nachdenken über den Frieden mit einem Buch für Kinder und alle im Haus
Zeitraum: Di, 13.11.2018, 1 Termin
Uhrzeit: 19:30 Uhr - 21:45 Uhr
Ort: Olfen; Kirchstr. 19 ; Haus Katharina
Gebühr: 5,00 Euro
Leitung: Rainer Oberthür
Kursnummer: S2621-852
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Auszug aus früheren Veranstaltungen

Vortrag von Thomas Frings: Aus, Amen, Ende? - So kann ich nicht mehr Pfarrer sein

Das Interesse war riesig:  Rund 170 Menschen strömten am Dienstag in das Pfarrheim der St.-Vitus-Gemeinde in Olfen, um Thomas Frings zu hören und mit ihm zu diskutieren. „Aus, Amen, Ende?“  - der Titel seines Bestsellers war zugleich Thema des dritten Abends im diesjährigen Theologischen Forum Lüdinghausen.

Es war schon beeindruckend, in welch engagierter (freier) Rede der langjährige Pfarrer der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster  eine problematische innere Verfasstheit der Kirche beschrieb, stets untermauert mit anschaulichen Beispielen aus eigenem Erleben. Diese Erfahrungen hätten ihn in seiner Rolle als Pfarrer zutiefst verunsichert und so viele Narben in ihm hinterlassen, dass er sich von seinem Bischof eine Auszeit erbitten musste.  Die Ehelosigkeit war es also nicht, die ihm Probleme bereitete. Und damit schied von vornherein der Grund aus, der für viele der aus ihrem Amt geschiedenen („laisierten“)  Priester galt. Die besondere Begründung für Frings` vorläufig befristeten Rückzug – um der persönlichen Neuorientierung willen - erregte auch daher großes öffentliches Interesse, weit über Münster hinaus.

Kirchliches und öffentliches Leben – so seine Beobachtung – seien in den letzten Jahrzehnten immer weiter auseinander gefallen. So könne es nicht bleiben. Als Beispiel nannte Frings den Run der Eltern auf die Erstkommunionkurse, ohne dass sie mit dem dann zu feiernden „Fest“ eine wirklich nachhaltige Glaubensvermittlung an ihre Kinder verbänden. Auch Taufen und kirchliche Trauungen würden stark „nachgefragt“, Riten zur Lebenswendefeier also, aber oft ohne ernstgemeintes Versprechen, das Leben dann auch im Sinne des Glaubens zu gestalten. Und die für gläubige Menschen herausragende Bedeutung der Messfeier/des Abendmahls  lasse sich vielen erst recht nicht mehr vermitteln:  Die „Basislager“ vor dem Aufstieg auf den „Gipfel“ christlichen Gemeinschaftserlebens im gemeinsamen Glauben lägen in immer größerer Nähe zum „Tal“. Die fortschreitende Bildung von Großgemeinden verschärfe die Situation zusätzlich.

In der sehr lebhaft geführten Diskussion mit dem Publikum, die schon früh einsetzte, wurden Facetten der aktuellen Glaubens- und Kirchenkrise benannt. Als Beispiel gelte hier der Hinweis auf die Überflutung mit uferlosen Informationen und Angeboten zur individuellen Lebensgestaltung im Internet. Angesichts der offensichtlichen Unmöglichkeit, attraktive eigene „Angebote“ zur „spirituellen Fitness“ daneben zu stellen, erhob sich bei Zuhören auch prinzipieller Widerspruch:  Kirche dürfe nicht auf einem solchen „Markt“ mitzumachen versuchen. Ihre vornehmliche Aufgabe sei es, in Not geratenen Menschen – und seien es noch so wenige – im Sinne Jesu Beistand zu leisten.

Und wie soll sich „Kirche“ nun von innen heraus erneuern?  Thomas Frings, der ein immer stärker sichtbares Verschwinden der traditionellen „Volkskirche“ und ihrer Beharrungsstrukturen beobachtet, plädiert für einen radikalen Schnitt: Es müssten „Entscheidungsgemeinden“ entstehen, in denen alle Getauften, ohne immer auf die Kleriker zu starren, gemeinsam das  Innenleben gestalten, je nach ihren Fähigkeiten, angetrieben von der Sehnsucht nach Gott. Um eine solche Kerngemeinde herum könne sich dann auch eine Schicht der Glaubensschwachen und Zweifler legen, für die es niederschwellige Beteiligungsformen geben müsse. Vorschläge, die in den Ohren mancher älterer Zuhörer, zumal der pastoraltheologisch geschulten, nicht so ganz neu klangen, Skepsis inklusive.

Insgesamt ein anregender Abend, zu dem die kurzweilige, auch humorvolle Vortragsweise eines „ernüchterten Idealisten“ erheblich beitrug.

Mein eigener Gott, mit Prof. Dr. Ansgar Kreutzer, Linz/Oberösterreich

Mein eigener Gott - Relgion zwischen Individualität und Gemeinschaft - Prof. Dr. Kreutzer von der Universität Linz/Oberösterreich referierte beim Theologischen Forum Lüdinghausen

Das religiöse Leben ist im Wandel und dabei gibt es einen durchlagenden Trend zur Individualisierung. Das stelle der Referent im gut gefüllten Haus Anna Katharina in Olfen auf Einladung des Theologischen Forums Lüdinghausen fest. Der Einzelne entscheide sich verstärkt jenseits der institutionellen Zwänge "selbstmächtig" was er glauben kann und möchte. Zugleich bildeten sich neue Formen von gemeinschaftlicher Religiösität heraus. Der Mensch von heute sei ein "anlehnungsbedürftiger Wanderer", man suche Gemeinschaft auf Zeit. Das sei für die Kirche problematisch, da die Zugehörigkeit zu einer Kirche, zu einer Konfession zunehmend überflüssig erscheint. Gleichzeitig kann Wanderschaft, die in unserer Kirche verwurzelt ist, spirituell nicht losgelöst von Anlehnung und Gemeinschaft sein. Es wird zukünftig darauf ankommen, das Bedürfnis nach Individualität einerseits und Gemeinschaft in ein lebendiges Miteinander zu bringen. Die kirchliche Bildungsarbeit beschrieb der Referent als "angewandte Gastfreundschaft", als nicht vereinnehmende Gastfreundschaft, die Leute erreicht, die die Gemeinden nicht erreichen.

Aus Glauben die Welt verändern? - Prof. Dr. Norbert Mette über Papst Franziskus

Aus Glauben die Welt verändern? Aktuelle Impulse von Papst Franziskus

„Evangelisieren bedeutet, das Reich Gottes in der Welt gegenwärtig machen.“ – „Barmherzigkeit kündigt eine neue Welt an, in der niemandem das Lebensnotwendige vorenthalten wird, sondern die Güter der Erde und die Arbeit an alle gleichermaßen verteilt sind.“ – „Die Globalisierung der Hoffnung, die in den Völkern aufkeimt und unter den Armen wächst, muss an die Stelle der Globalisierung der Ausschließung und der Gleichgültigkeit treten!“ Diese und andere Kernaussagen von Papst Franziskus erläuterte Prof. Dr. Norbert Mette aus Münster beim 3. und letzten Vortrag des THEOLOGISCHEN FORUMS LÜDINGHAUSEN: Der Papst mache in seinem Lehrschreiben "Laudato si" unmissverständlich deutlich, dass die Verkündigung des Reiches Gottes, wie Jesus von Nazareth es verheißen hat, beinhaltet, dass eine andere Welt als die bestehende mit ihren friedlosen und ungerechten Verhältnissen möglich ist. Sich für die Überwindung dieses dem Willen Gottes widersprechenden Zustands der Welt einzusetzen, sei christliche Verpflichtung. Umfangreiches Umsteuern sei notwendig und die Politik dürfe nicht der Wirtschaft unterworfen werden. Als Ursachen für die ökologische Krise, mit der der Papst sich intensiv beschäftigt hat, nannte der das dominant gewordene Wirtschaftssystem, das technokratische Paradigma, den modernen Anthropozentrismus und die Vernachlässigung des Gemeinwohls. Die Wirtschaftskritik des Papstes ist in erster Linie eine Religionskritik. "Was ist der Gott, an den wir glauben?" - fragt Franziskus. Bei all seinen Vorschlägen zur Überwindung der ökologischen Krise zeige der Papst durchaus große Wertschätzung für die Firmen und die Industrie.

"Wir lieben den Tod" mit Prof. Dr. Jürgen Manemann

"Wir lieben den Tod." - Der Dschihad und der Nihilismus des Westens
Vortrag mit Prof. Dr. Jügen Manemann, Hannover

Die Parole „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“ ist bekannt geworden durch die Attentäter von Madrid im Jahre 2004. Für Prof.  Dr. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover, gibt der zweite Teil dieses Satzes ziemlich genau das wieder, was den Dschihadismus im Innersten kennzeichnet.
Manemann entfaltete jetzt sehr fundiert und differenziert  im Rahmen des Theologischen Forums seine These, dass  die Dschihadisten des „Islamischen Staates (IS)“ in ihrem „Kampf gegen die Ungläubigen“ in Wahrheit  einen Todeskult betreiben. Rund  50  Zuhörer waren ins Felizitas-Pfarrheim gekommen und verfolgten seine Ausführungen mit großer innerer Spannung.
Zu Beginn spielte der Referent ein Video mit dem ehemaligen „Gangsta-Rapper“ Dennis Cuspert (Pseudonym „Deso-Dogg“) ein, der später ein führender Kopf der Medienzentrale des IS wurde: „Komm in meine Welt voll Hass und Blut“, heißt es da, unter anderem mit Aufrufen zu Mord und Leichenschändung. Für Manemann erhält der Hass im Dschihadismus „in apokalyptischer Perspektive“  quasi „sakrale“ Züge und gilt als einziger Lebenszweck. Als  „aktiver Nihilismus“ könne und brauche er sich nicht mehr in andere Menschen einzufühlen. Als blanker Terror solle er nur Furcht verbreiten. So erfahre sich der Terrorist selbst, so absurd es klinge, als frei und „souverän“.
Manemann verwies auf vier gängige Erklärungsmuster: Das Phänomen des Dschihadismus könne etwa „diabolisiert“ werden:  In die vermeintlich gute Zivilisation sei „das Böse“ eingebrochen. Es könne „religionisiert“ werden:  Der  Islam als Religion sei die Ursache des Terrors. Er könne auch „soziologisiert“ werden:  Zu  Dschihadisten würden nur Menschen aus verarmten Milieus, sie seien ungebildet oder kriminell.  Und schließlich könne es „ethisiert“ werden, indem man behaupte, Dschihadisten hätten eigentlich gute Ziele, man müsse nur einmal versuchen, ihre Perspektive einzunehmen. Zu  jedem dieser Erklärungsmuster trug  der Referent kritische Einwände vor.
Stattdessen verwies Manemann auf die „Bruchstellen“ in unserer eigenen Gesellschaft:  Immer mehr Kinder und Jugendliche fühlten sich bei ihrer Suche nach einem von Sinn erfüllten Leben allein gelassen und begegneten immer wieder „ignoranten“  Erwachsenen, die „nur so tun, als ob etwas für sie Bedeutung“  habe.  Es sei eine  fundamentale „psychische Not“, eine innere  Leere, die angesichts alltäglicher Erfahrungen  von  Hoffnungs- und Lieblosigkeit die Entstehung von Aggression und Gewalt (auch gegen sich selbst) begünstige. Eine um sich greifende „Hotel-Zivilisation“ ermögliche Jugendlichen kaum noch, Vertrauen in die tätige Gestaltung ihrer eigenen Zukunft zu haben. Wenn aber die Kontrolle über das eigene Leben verloren gehe, verliere man auch schnell die  Selbstachtung.
Solchermaßen geprägte Jugendliche seien dann eine leichte Beute für die Ideologen des Dschihad. Manemann erinnerte an die ideologischen Muster des Faschismus, wo das Führerprinzip und die unauflösbare Zugehörigkeit zu einer verschworenen Gemeinschaft auch vielen entwurzelten Menschen Halt vermittelt habe. Sie empfanden es als wohltuend, mit ihrer ganzen Person „in Pflicht“ genommen und allzeit zum Kampf bereit zu sein und ihre Aggressionen gegen Schwächere ausleben zu können. Auch der aktuelle Rechtsradikalismus greife auf diese Muster zurück.
Eigentlich sei der typische Dschihadist ein Feigling, der andere Menschen(gruppen) stigmatisiere, aus Angst vor der eigenen Schwäche, aus Angst vor dem eigenen Tod, die er durch Grausamkeit gegen erklärte „Feinde“  zu verdrängen suche. Um Jugendliche in Europa vor solchen Lebenswegen zu bewahren, helfe nur eine umfassende und rechtzeitige Prävention auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Mystik und Meditation - Wege zum erfüllten Ich?

Den Abschlußvortrag der Vortragsreihe 2015 hielt am 17. 11.2015 Fernand Braun, Benediktushof Holzkirchen zum Thema: "Mystik und Mediation". Die Vortragreihe 2015 stand unter dem Rahmenthema: "Reisen ins Paradies".

Wer schneller lebt, ist eher fertig - Vortrag von Andreas Malessa

Er gilt zugleich als niveauvoller Unterhalter, brillanter Redner, sensibler Interviewpartner, spitzzüngiger Satiriker, engagierter (evangelisch-freikirchlicher) Pastor und warmherziger Mensch: Andreas Malessa ist Hörfunkjournalist beim DeutschlandRadio Kultur in Berlin und beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt sowie TV-Moderator beim Südwest-Fernsehen Baden-Baden. Auf seine ganz eigene Art, das heißt: sachlich fundiert und gleichzeitig unterhaltsam, hat er am 20.04.2009 auf Einladung des Theologischen Forums Lüdinghausen  im bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrheim St. Felizitas die verschiedenen Bereiche und Dimensionen unserer Zeiterfahrung unter die Lupe genommen. Welche Lebensbedeutung hat eine Arbeitszeit, die als sinnerfüllt erlebt, welche eine, die als vertane Zeit erlebt wird? Wie werden die Phasen sinnvoll genutzter, wie die Phasen sinnlos vergeudeter Zeit auf den Zeitstrahl des individuellen Lebens eingetragen? Dabei stellte sich auch die Frage, ob von einer ständig wachsenden Freizeitindustrie gesteigerte Lebensfreude zu erwarten ist. Und schließlich: Wie lässt sich die Nutzung unseres begrenzten "Zeitbudgets" optimieren? Wie tragfähig ist die Losung: "Simplify your life!"?

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Team

Karl-Heinz Kocar (Leiter)
Tel. 02591 88156
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Ute Albrecht (Pastoralreferentin Senden)

Dr. Uwe Carstens (Ascheberg)
Tel. 02593 951381

Pfr. Benedikt Elshoff (St. Felizitas)
Tel. 02591 795710

Johannes Heling (Kreisbildungswerk)
Tel. 02541 952673
Mail

Gabriele Hoffmann
Tel. 02591 22933

Tobias Kettrup (Pastoralreferent Ascheberg)
Bernd Lieneweg (Senden)
Tel. 02597 7493

Pfr. Thorsten Melchert (Ev. Kirche Olfen)
Tel. 02595 3879400

Pfr. Silke Niemeyer (Evangelische Kirche Lüdinghausen)

Christiane Poppe (Pastoralreferentin Nordkirchen)

Pfr. Martin Roth (Ev. Gemeinde Ascheberg)

Boris Sander (Familienbildungsstätte)
Tel. 02591 989090

Dr. Herbert Vossebrecher
Tel. 02591 989700

Rückschau

Bisher führte das Theologische Forum über 70 Vortragsveranstaltungen mit renommierten Referentinnen und Referenten durch.
Alle bisherige Veranstaltungen im Überblick